Sag mal, weißt du eigentlich, was Glaubenssätze sind?

In Büchern, Podcasts, Seminaren oder auch im Coaching sind sie ganz oft ein Thema: Glaubenssätze. Aber was sind Glaubenssätze eigentlich?

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Ich habe gerade mal "Glaubenssätze" in google eingegeben - und bin nicht wirklich überrascht: es werden 1.770.000 Treffer angezeigt. Eine ganze Menge. Also ein Thema, das interessiert und daher verrate ich hier auch, was Glaubenssätze sind:


Glaubenssätze sind Gedanken, Meinungen oder Überzeugungen, die wir in Bezug auf uns, andere Menschen oder bestimmte Situationen haben. Sie formen also unsere "innere Haltung" zu bestimmten Themen.


Ich geb dir ein paar Beispiele:

"Ich bin nur Mittelmaß" oder "Ich muss alles unter Kontrolle haben" sind weit verbreitete Glaubenssätze, die auf den Menschen selbst bezogen sind.

"Männer können einfach nicht treu sein" oder "Frauen sind kompliziert" wären Glaubenssätze, die sich auf andere beziehen.

"Das Leben ist ein Kampf" oder "Ich stehe immer an der langsamen Kassenschlange" wären innere Haltungen zu Situationen.


Glaubenssätze entstehen meist in der frühen Kindheit und setzen sich in unserem Denken fest. Sobald wir sie einmal angenommen haben, denken wir sie – oft unbewusst - immer und immer wieder. Und wir finden überall vermeintliche Beweise, die sie bestätigen. Wir haben unser Gehirn also regelrecht trainiert, genau dies zu glauben.


Glaubenssätze wirken oft im Untergrund, weil sie uns gar nicht bewusst sind. Sie beeinflussen aber jeden Tag ganz stark unseren Alltag, unser Empfinden und auch unser Handeln. Stell dir vor, jemand hat den Glaubenssatz "Ich kann das ja doch nicht". Diese innere Haltung könnte sich im Alltag so auswirken, dass dieser Mensch sich ganz selten traut, mal etwas Neues auszuprobieren. Eine neue Sportart, einen Zeichenkurs oder auch eine berufliche Neuorientierung. Er kann aber auch die genau gegenteilige Wirkung haben. Weil der Mensch glaubt, es nicht zu können oder nicht gut genug zu sein, gibt er sich besonders viel Mühe, übt ganz viel und arbeitet sehr genau. Klingt gut - wird aber ziemlich anstrengend mit der Zeit.


Dabei sind Glaubenssätze oft nicht "logisch". Manche Menschen wissen von ihrem Verstand her ganz genau, dass ein solcher Gedanke, eine solche Haltung nicht stimmt. Es ist einfach nicht die "Aufgabe" von Glaubenssätzen, logisch zu sein. Das Gefühl ist aber trotzdem da, und es sollte auch durchaus ernst genommen werden. Glaubenssätze sitzen oft sehr tief und sie machen uns traurig, verletzlich, unsicher oder sie machen unseren Alltag einfach anstrengend.


Mal eine Frage: Wie reagierst du zum Beispiel auf Komplimente? Antwortest du auf "Du siehst heute richtig toll aus!" oder "Wow, das war eine Mega-Leistung die du da vollbracht hast!" mit einem ganz entspannten "Ja, danke, das finde ich auch"? Oder setzt du schnell was dagegen, wie "Echt, findest du?", "Du bist meine beste Freundin, du musst ja sowas sagen." oder "Ich hab auch lange genug dafür gebraucht."? Wenn dich Komplimente in den Widerspruchs-Modus fallen lassen, können Glaubenssätze der Grund dafür sein. Wenn deine innere Haltung ist "Ich bin nicht schön" oder "Ich bin nicht gut genug", und dieses Gefühl sitz tief in dir drin, dann kannst du ein Kompliment einfach nicht entspannt annehmen. Das was du gerade hörst, widerspricht einfach komplett deiner Weltsicht.


Glaubenssätze sind übrigens nicht nur was Schlechtes. Zum einen gibt es auch positive Glaubenssätze. Ich habe zum Beispiel den Glaubenssatz "Ich finde immer den besten Parkplatz.". Der ist super, der Glaubenssatz, den werd ich auch nie im Leben bearbeiten. Aber auch in einem vermeintlich negativen Glaubenssatz steckt immer auch viel Gutes. Sehr verbreitet ist zum Beispiel auch "Ich muss perfekt sein". Menschen, die die innere Haltung haben, perfekt sein zu müssen, sind oft recht erfolgreich. Sie bereiten sich auf Prüfungen und Präsentationen perfekt vor und wenn im Job grad richtig viel los ist arbeiten sie länger um alles richtig gut zu machen. Es steckt also durchaus viel Antrieb und Stärke in diesem Glaubenssatz. Aber auf Dauer wird es eben sehr anstrengend, immer perfekt sein zu wollen. Der Glaubenssatz engt auch ein, weil die zeitlichen, kräftemäßigen und auch kreativen Grenzen irgendwann erreicht sind.


Die gute Nachricht: wir können unser Gehirn tatsächlich „umprogrammieren“ und auf einen neuen, positiveren Denkansatz hin-trainieren. Wir können also an unseren Glaubenssätzen sehr gut arbeiten - wenn wir es denn möchten. Wie gesagt, meinen Parkplatz-Glaubenssatz behalte ich.


Ich schreibe übrigens sehr bewusst "Glaubenssätze bearbeiten" und nicht "Glaubenssätze auflösen". Ich bin nämlich der Meinung, dass das nicht möglich ist. Und das ist auch gut so. Glaubenssätze sind ein Teil deiner Persönlichkeit. Und so, wie du heute vor diesem Artikel sitzt, ist deine Persönlichkeit völlig in Ordnung! Aber, wenn du das Gefühl hast, dass die negativen Auswirkungen deiner Glaubenssätze dich einschränken, dich verletzlich oder unsicher machen, dann kannst du diese Auswirkungen sehr stark abmildern. Ohne, dass du dafür ein "anderer Mensch" werden musst.



Du interessierst dich für ein Coaching? Reservier dir gerne einen Termin für ein unverbindliches Kompass-Gespräch. Dabei finden wir heraus, ob ein Coaching zu deinen Themen passt und ob wir die passenden Begleiter für dich sind.


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